Computer und Unterricht

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Medienkonzept
Persönliche* Vorbemerkung: Achtung Provokation!


LehrerInnen zum Thema:

"Schülerinnen und Schüler sollten sich mehr bewegen anstatt auch noch in der Schule vor dem Kasten zu sitzen."

"In meinem Unterricht hab' ich dafür eigentlich keine Zeit."

"Wer fertig ist, kann dann - von mir aus - an den Computer."

"Tut mir leid, aber das ist mir echt zu viel!"


SchülerInnen zum Thema:

"Darf ich Computerspielen?"

"Computer is' viel besser als Lernen"

"Dürfen wir Pushy ....?"

Wie? Übung beenden, speichern? Wieso?

 

Computer? Das ist doch einfach! Da musst du da klicken und dann da ...

   

 

"Bei Frau Schmitz dürfen wir immer ...."

Alles richtig, alles verständlich - aber alles am Thema vorbei. Als ginge es um ein entweder ... oder? Als würden Arbeitsblätter (oder Lernspiele - oder der Lehrervortrag) Kinder quasi automatisch fördern und Übungen am PC wären unnötiges, entbehrliches Beiwerk. Das ist wie: "Also, mit freier Arbeit und Wochenplan hab' ich die besten Erfahrungen gemacht; Frontalunterricht, das ist doch Schnee von gestern." Irgendwie richtig, .... Und auf Schülerseite: Schule ist Arbeit; PC ist Freizeit. Hier muss ich, da darf ich.


Ein Versuch, das Thema vom Kopf auf die Füße zu stellen:

Prof. Manfred Spitzer, einer der populärsten deutschen Neurowissenschaftler, hat ein Buch geschrieben mit dem Titel 'Vorsicht Bildschirm!', in dem er viele richtige und wichtige Argumente formuliert:

Er schlussfolgert: Keine PCs in Kindergärten (OK! s.u.), keine PCs in Grundschulen und nur bedingt in weiterführenden Schulen. Für letzteres hat er beachtenswerte Argumente, aber, wie ich finde, in diesem Punkt nicht Recht. Begründung:

1. Es gibt diese Geräte - und zwar mittlerweile allgegenwärtig (so ein Mobiltelefon ist ja auch nicht mehr weit vom PC entfernt) - in fast jedem bundesdeutschen Haushalt, manche haben auch vier oder fünf (ich weiß wovon ich rede). Jedes Kind wird früher oder später damit konfrontiert, ob wir das wünschen oder nicht (das bestreitet Spitzer natürlich nicht, ganz im Gegenteil - es ist Teil seiner Argumentation). Aus dieser Tatsache können sich aber mindestens drei Varianten der (Nicht-)Nutzung ergeben:

Wir werden das Rad nicht mehr zurück drehen: das (Mobil)Telefon, das Fernsehgerät, den Videorekorder können wir auch bestenfalls ignorieren; ersteres vermutlich nicht wirklich, Video ist mittlerweile weitgehend von der DVD abgelöst.

2. Es ist im Sinne der Wissensvermehrung sicher von Vorteil, sich - sagen wir - als Neurowissenschaftler den ganzen Tag mit Hirnstrommessungen etc. zu beschäftigen. Lässt man aber andere Aspekte außer Acht (ethische, philosophische, politische Fragen), treibt keinen Sport oder geht wenigstens ab und zu ein bisschen spazieren, liest keine Romane, hört keine Musik, vernachlässigt seine Familie, seine Freunde ..... -  das Ende des Satzes kann man sich sparen.

Also: Kompetenter, bewusster Einsatz der Neuen Medien in der Schule - neben all dem anderen, was nach wie vor wichtig ist und bleibt.
Apropos kompetent: Das geht natürlich an die Adresse der Lehrerinnen und Lehrer --> sich gezielt mit der Anwendung einzelner Komponenten innerhalb der unendlich vielen Möglichkeiten, die diese Technik bietet, auseinander zu setzen, lautet die Forderung. Wir brauchen keine Informatikausbildung - genauso wenig wie wir Automechaniker werden müssen, um mit der Kiste sicher zur Schule zu kommen. Obwohl: ein klein wenig anders ist es schon! Schließlich haben wir die Verantwortung, wie unsere Schülerinnen und Schüler damit umgehen (s.o.). Vielleicht können auch diese Seiten ein ganz klein wenig dazu beitragen, dass wir dieser Verantwortung gerecht werden.

Wann beginnen? Ich bin der Ansicht, dass zu einem vernünftigen Umgang mit dem Computer grundlegende Tastatur- und damit Buchstabenkenntnisse notwendig sind; also: erst Ende Klasse 1 sollten Schüler selbständig mit dem PC umgehen. (Erich Kästner-Schule sowie andere Förderschulen mit einer Eingangsklasse: Ende Klasse E/Anfang 1). Vorher machen nur angeleiteter (Sprach)förderunterricht und ähnliche Programme, die hauptsächlich von Lehrkräften bedient werden, Sinn.

Wie beginnen? Umgang mit der Maus (Beispiel in unserem Downloadbereich) einüben (besonders bei Kindern mit wenig Erfahrung und feinmotorischen Schwierigkeiten und/oder visuellen Wahrnehmungsproblemen), erste Übungen in der Lernwerkstatt (--> z.B. Pushy), malen (aber natürlich viel öfter mit Dickies, Wasserfarben, Wachsstiften ....), erste Textexperimente z.B. mit dem eigenen Namen (s. Text und Bild).

Was sollten Schülerinnen und Schüler am Ende der 4. Klasse können? --> Da gibt es einen so genannten Minimalkonsens - entwickelt vom (ehemaligen) e-team des Kreismedienzentrums Paderborn. Warum etwas neu erfinden, wenn sich andere vernünftige Gedanken gemacht haben? Einfach hier klicken!

* Dies ist die persönliche Einschätzung des Medienbeauftragten der eks, nicht die Meinung aller Kolleginnen und Kollegen der Schule. Manche Gedanken werden diese mit ihm teilen, andere eher nicht.


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